Colorado Tannenrindenlaus

Identifizierung und Verbreitung

Die ungeflügelten Tiere der Colorado Tannenrindenlaus sind glänzend oder matt grau-schwarz und haben manchmal einen blass-grauen Wachsüberzug, vor allem auf der Brust und entlang beider Seiten des Rückens. Der Hinterleib hat für gewöhnlich eine breite sklerotisierte Querbande auf VIII. Die Honigsaftröhren sind schwarz und haben einen maximalen Durchmesser der dreimal der Öffnung der Konusbasis entspricht. Der obere Teil der Beine ist dunkelbraun bis schwarz. Der untere Teil der Beine (vorne und mittig) ist blassgelb und an den Spitzen dunkel. Die hinteren Teile der Beine sind meist dunkel, am Ende findet sich ein blasser Abschnitt; dieser Teil ist lang und gebogen und gibt der Laus im Englischen den Namen „Bogenbeinige Tannenrindenlaus“. Die Körperlänge beträgt 3,4 – 5,5 mm.

Das eierlegende Weibchen besitzt typischerweise einen großen Wachsring am Hinterleib. C. curvipes Jungtiere können jedoch auch stark mit Wachs bepudert sein.

Die Colorado Tannenrindenlaus findet man am Stamm oder an den Zweigen der Tanne (Abies spp.). Sie ernähren sich aber auch von der Zeder (z.B. Cedrus deodora), eine Kolonie wurde auch auf einer Küsten-Kiefer (Pinus contorta) gefunden. Eierlegende Weibchen und geflügelte Männchen findet man von September bis Oktober. C. curvipes ist in den USA, Kanada und Mexiko weit verbreitet. In den 1990er Jahren wurde sie erstmals in Großbritannien gefunden und ist seither auch in Europa weit verbreitet.

Biologie und Ökologie

Die Colorado Tannenrindenlaus kann auf Tannen und Zedern große dichte Kolonien am Stamm und den Zweigen bilden.

Das Bild oben zeigt einen Teil einer Kolonie die sich auf einer jungen Tanne (Abies) entwickelt hat. Bemerkenswert ist die beträchtliche Bepuderung der Jungtiere mit Wachs. C. curvipes war ursprünglich beschränkt auf Nordamerika, wurde aber in den 1990er Jahren in Kew Gardens auch in London gefunden (Martin, 2000). Sie verbreitete sich bald in anderen Teilen des Vereinigten Königreichs. So wurde 2009 von Baker beschrieben, dass er in Wales eine große Kolonie fand, die sich an der Unterseite eines Astes der Küsten-Tanne (Abies grandis) entwickelt hat.

Die Art breitete sich auch auf Kontinentaleuropa aus obwohl unklar ist, ob die Verbreitung durch die Einführung in Großbritannien resultierte oder ob sie auch anderweitig eingeschleppt wurde. Jurcet et al. (2009) konnten bisher die europäische Verbreitung mit Deutschland, Serbien, der Schweiz, Tschechien und der Slowakei dokumentieren. Vermutlich tritt sie aber auch noch in weiteren Ländern auf.

 

Scheurer & Binazzi (2004) und Jurc et al. (2009) beschreiben die Ökologie der Colorado Tannenrindenlaus in Europa. Sie legt ihre Wintereier im November, in milden Wintern kann die letzte Generation der Tiere bis zum nächsten Frühling überleben. Die Laus beginnt dann im März sich wieder zu vermehren. Von Mitte April bis Ende Mai bilden sich große dicht sitzende Kolonien von einigen tausend Individuen, die an Stämmen und an der Unterseite von Zweigen der Tanne die Pflanzensäfte saugen. Die Anzahl der Kolonien nimmt im Sommer ab während die geflügelten Formen den Verbreitungsflug antreten. Im Spätsommer oder Herbst wird in der Regel ein zweites Populationsmaximum erreicht.

Große Mengen an Honigtau werden sowohl von Mai bis Juni als auch von August bis November produziert und ausgeschieden. Die Colorado Tannenrindenlaus wird oft von Ameisen gepflegt, die ihren Honigtau sammeln. Auf dem Bild unten ist zu sehen, wie die Läuse von der roten Waldameise (Formica rufa) begleitet werden.

Scheurer & Binazzi stellten fest, dass der Honigtau von C. curvipes eine wichtige Nahrungsquelle für viele Ameisen, Wespen und Bienen sein kann. Baker (2007) beobachtete den Augenfleck-Marienkäfer (Coccinella ocellata) am Rande einer Kolonie, der sich an den Tieren zu bedienen schien.

Mögliche Schäden

Der Status der Colorado Tannenrindenlaus als Schädling ist nicht eindeutig geklärt. Sie verursacht offensichtlich keine wirtschaftlichen Schäden in den Wäldern ihrer Heimat Nordamerika, jedoch könnte sie als invasive Art in Europa erhebliche Schäden anrichten.

Stary & Havelka (2008) berichten, dass die Art in weiten Teilen Deutschlands auf der Weißtanne (Abies alba) Schädlingsstatus erreicht hat. In vielen Teilen der Tschechischen Republik wurde eine große Anzahl von Läuse beobachtet. Pestizide wurden verwendet, um den neuen Schädling auf exotischen Zierbäumen in Gärten und Parks zu bekämpfen. Man wollte vor allem ästhetischen Schäden infolge großer Mengen an Honigtau und der sich daraus entwickelnden rußigen Schimmelpilze vorbeugen. Poljakovic-Pajnik & Petrovic-Obradovic (2002) berichteten, dass C. curvipes den Tod von jungen Weißtannen verursachen kann.

Referenzen

  • Baker, E.A. (2009). Observations of aphids (Aphidoidea) new to Wales. British Journal of Entomology and Natural History 22, 235-246. Abstract
  • Jurc et al. (2009). The first record of Cinara curvipes (Patch, 1912) (Homoptera, Aphididae) in Slovenia and its possible impact. Zbornik gozdarstva in lesarstva 88, 21 – 29. Vollständiger Artikel
  • Martin, J. H. (2000). Two new British aphid introductions in 1999, in the context of other additions over the preceding thirty years (Sternorrhyncha: Aphidoidea). Entomologist’s Gazette 51 (2), 97-105. Abstract
  • Poljakovic-Pajnik, L. & Petrovic-Obradovic, O. (2002). Bow-legged fir aphid Cinara curvipes (Patch) (Aphididae, Homoptera) new pest of Abies concolor in Serbia. Acta entomologica serbica7(1/2): 147-150. Vollständiger Artikel
  • Scheurer, S. & Binazzi, A. (2004). Notes on bioecology and ethology of Cinara curvipes (Patch), a newly introduced species into Europe (Aphididae Lachninae). Redia 87, 61-65. Abstract
  • Stary, P. & Havelka, J. (2008). Fauna and associations of aphid parasitoids in an up-dated farmland area (Czech Republic). Bulletin of Insectology 61 (2), 251-276. Vollständiger Artikel

Quelle: influentialpoints.com

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*